Ausverkauftes Haus und tiefgründige Gespräche bei „Talk Kirche“

Mayen. Mit einem gelungenen Auftakt ist die diesjährige Gesprächsreihe „Talk Kirche – Gott. Ich. Welt.“ im Rahmen der Burgfestspiele Mayen gestartet. Zur Lesung und zum anschließenden Gespräch mit dem Hamburger Autor und Kiezwirt Daniel Schmidt kamen rund 100 Besucherinnen und Besucher ins Alte Arresthaus – das restlos ausverkauft war. Bei strahlendem Frühsommerwetter erwies sich die Veranstaltung am Sonntag, 7. Juni 2026, als voller Erfolg.
Im Mittelpunkt stand Daniel Schmidts aktuelles Buch „Löwengrube – Durch den Vorhof zur Hölle zu einem Leben in Liebe“, in dem er schonungslos ehrlich von seinem bewegten Leben erzählt – zwischen Abstürzen, Grenzerfahrungen und der Suche nach Sinn und Glauben. Eindrucksvoll und authentisch trug Schmidt ausgewählte Passagen vor und zog das Publikum von Beginn an in seinen Bann. Seine Lebensgeschichte, die er selbst als Weg „zwischen Hölle und Hoffnung“ beschreibt, berührte und regte gleichermaßen zum Nachdenken an.
Im anschließenden Gespräch, moderiert von Thomas Becker von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Koblenz sowie dem Theologen Dr. Thomas P. Fößel vom Pastoralen Raum Mayen, wurde die Lesung vertieft. Dabei entwickelte sich ein intensiver Austausch über existenzielle Fragen des Lebens, der Schuld und der Hoffnung. Die Gesprächspartner spannten den Bogen bewusst weit und nahmen Bezug auf zentrale Elemente der christlichen Tradition – etwa die Werke der Barmherzigkeit, die Früchte des Heiligen Geistes sowie die sogenannten Hauptsünden. Gerade in der Auseinandersetzung mit Schmidts Lebensweg wurde deutlich, wie aktuell und lebensnah diese „klassischen“ Themen katholischer Frömmigkeitsgeschichte bis heute sind.
Ein besonderes Symbol erhielt der Nachmittag durch ein Geschenk an den Autor: einen „Laacher Engel“, der bewusst auf die biblische Erzählung von Daniel in der Löwengrube anspielte – ein starkes Bild, das auch im Titel seines Buches anklingt und für Schutz, Vertrauen und Hoffnung steht.
Daniel Schmidt, geboren 1984 in Hamburg, ist Wirt des legendären „Elbschlosskellers“ auf St. Pauli – einer Kiezkneipe, die rund um die Uhr geöffnet ist und Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten zusammenführt. Als Sohn des früheren Wirts Lothar Schmidt ist er tief im Milieu des Viertels verwurzelt. Darüber hinaus engagiert er sich mit dem Verein „Wer, wenn nicht wir“ für obdachlose und sozial benachteiligte Menschen. Diese Erfahrungen prägen auch sein Schreiben und seine Sicht auf Gesellschaft und Glauben.
In den Pausen sowie nach der Veranstaltung nahm sich Schmidt viel Zeit für persönliche Gespräche und signierte zahlreiche Bücher – ein Angebot, das von den Besucherinnen und Besuchern rege angenommen wurde. Seine offene, zugängliche Art machte ihn für viele zu einer besonders nahbaren und eindrucksvollen Persönlichkeit.
Abgerundet wurde der Aufenthalt durch einen Besuch des nahegelegenen Klosters Maria Laach, den der Autor im Anschluss an die Veranstaltung unternahm – ein Ort, der sinnbildlich für die spirituelle Dimension seines Lebensweges steht.
Mit dieser gelungenen Premiere hat „Talk Kirche“ eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und relevant Glaube im Dialog sein kann – mitten im kulturellen Geschehen der Burgfestspiele und nah an den Lebensgeschichten der Menschen. Die Reihe ist eine Kooperation des Pastoralen Raums Mayen zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz und den Burgfestspielen Mayen.
Katholische Erwachsenenbildung Koblenz, Humboldtstraße 127, 56077 Koblenz, Tel. 0175 1264293, E-Mail: keb.koblenz@bistum-trier.de
