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Exkursion nach Luxemburg trotz Hitze sehr gut besucht

Am 20.06.26 führte eine Exkursion im Rahmen der KEB-Reihe: „Die Iro-schottische Mission vom 6.-8. Jahrhundert und ihre Bedeutung für unsere Heimat und Europa“ die Teilnehmer nach Echternach
Rektor Erasmy stellt im Schatten der Echternacher Basilika die Architektur vor. Eine Gruppe Teilnehmer hört aufmerksam zu.
Datum:
22. Juni 2026
Von:
Katharina Zey-Wortmann

25 Teilnehmer aus der Region Trier und Luxemburg hatten sich zur Exkursion angemeldet. Die Organisatorin Katharina Zey-Wortmann (KEB-Fachstelle Trier) zeigte sich überrascht, als die Gruppe - trotz der großen Hitze - auf rund 40 Teilnehmer anwuchs.

 

Rektor Francis Erasmy empfing die Gruppe und führte sie durch die Basilika, Krypta, Informationszentrum und Scriptorium. Zu Beginn stellte der Organist der Basilika, Jos Majerus, die Klais-Orgel (1953) vor, die zeitgleich zur Kölner Domorgel gebaut wurde. Die Orgel mit ihren Pfeifen umrahmt die Fensterrose im Westchor, verfügt über vier Manuale und 70 Register. Nach der Vorstellung des Instrumentes gab er ein kleines Orgelkonzert.

 

Anschließend begab sich die Zuhörerschaft in den angenehm kühlen Keller des Abteigebäudes, wo das Abteimuseum und das Skriptorium untergebracht sind.

 

Francis Erasmy ließ es sich nicht nehmen, seinen Vortrag vom reichlich mit irischen Knotenornamenten verzierten Ambo zu halten, das Original befindet sich im Luxemburger Nationalmuseum. Er verwies auf die intensiven Bezüge zur irischen Ornamentik in der Bildhauerei als auch in Buchmalerei, die Willibrord (geb. um 658 in Northumbria, verst. 739 in Echternach) und seine 11 Gefährten mit nach Echternach und weite Teile Europas gebracht hatten.

 

Die Missionare legten mit ihrer Gelehrsamkeit und Kunstsinnigkeit in ihren Klöstern den Grundstein für Bildung und Kultur, beginnend in Friesland über Echternach, Trier, St. Wendel, Reichenau, St. Gallen und Bayern. Damit tradierten sie die ihnen eigene Ikonographie in unserem Kulturraum und weit darüber hinaus. Ihr kultureller Einfluss und die gute Vernetzung der Klöster führten im 8. Jahrhundert zu einer ersten Blüte. Das Kloster Echternach besaß ein eigenes Skriptorium, in dem die Verzierungen der irisch-insularen Buchmalerei reichlich Verwendung fanden und an die Stilistik des Book of Kells erinnern. Eine zweite Blütezeit betreffend die Buchmalerei fand im 11.Jahrhundert statt.  Kaiser und Klöster beauftragten die Echternacher Buchmaler mit Werken für den liturgischen Gebrauch.

 

Die Besonderheit des „Echternacher Stils“ bestand in der horizontalen Dreiteilung eines Pergamentblattes, so das die Bildfolgen dem eines „Comics“ glichen und der Inhalt (Leben Jesu) aufgrund der Bebilderung (ohne Text!)  gut verstanden werden konnte. Zudem fügten die Echternacher Evangelien-Maler vor jedes Evangelium ein kunstvoll in Gold und Purpur gestaltetes Blatt, das man „Teppichseite“ nennt, welches quasi den Vorhang vor dem „Heiligen“ (Gottes Wort) bildet, den man andachtsvoll zur Seite zieht.

Die in Echternach entstandenen Prachtwerke abendländischer Kunst sind in aller Welt verteilt: So befindet sich der Codex aureus Eptnernacensis im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, andere Werke befinden sich im Escorial oder in Paris, sie machen die Echternacher Malerschule weltberühmt.

Am Ende versammelte sich die Gruppe in der Krypta der Basilika vor dem Sarkophag des Hl. Willibrord. Francis Erasmy betonte die prägende und kulturelle Bedeutung Willibrords und der iro-schottischen Mission für ganz Europa. Eine Gedenktafel verweist darauf: Willibrord Patron Europas.