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Der „Theo-Talk“ unterwegs in den Kuriengärten rund um den Trierer Dom

Im Bischofsgarten, mit dem Trierer Dom im Hintergrund, stehen die Teilnehmer des TheoTalks
Datum:
19. Juni 2026
Von:
Dr. Kathrin Baumeister

Die Organisatoren des Theo-Talks JProf. Dr. Samuel Acloque und Katharina Zey-Wortmann KEB-Trier waren überwältigt: Knapp 100 Teilnehmer waren beim ersten Theo-Talk unter freien Himmel dabei. Diese Premiere spielte sich im Bischofsgarten und im Garten der Dewora-Kurie hinter dem Museum am Dom ab. Dr. Kathrin Baumeister stellte die Gartenarchitektur und die einzelnen Kuriengebäude vor:

 

Die Kurien waren "pensiones", die den Trierer Domherren zur Nutzung dienten. Sie bestanden aus Hof (d.h. Haus), Remise und Garten umgeben von einer Mauer.

 

In den Gärten wurden Gemüse und Obst angebaut. Einige Grundstücke dienten auch als Weingärten und in einem Fall wird von einem "ager" in der Nähe des bischöflichen Hospitals gesprochen.

Es gab aber auch gestaltete Gärten, wie sie seit dem Barock üblich waren, so gibt es vom „Hof von der Leyen“ entsprechende Gartenpläne. Die Kurien haben sich zwischen 1100 und 1500 herausgebildet. Innerhalb des Domberings gibt es einige Wohntürme (Turm Jerusalem), die Teil einer Ringmauer waren.

Zunächst konnte den Besuchern im Garten des Bischofs einige alte Bäume gezeigt werden: eine 200-jährige Eiche, die einen Sturmschaden überstanden hatte und eine starke Verästelung aufweist. Außerdem eine besonders große, ebenfalls an die 200 Jahre alte kaukasische Flügelnuss, diese zeigte schon ihre rispenartigen Blüten. Wenn die Früchte ausgereift sind, sehen ihre Samen wie kleine Flügelwesen aus.

Typisch für die heutige Gestalt der Kuriengärten sind stattliche Exemplare von Tulpenmagnolien mit zartrosa Blüten, Gingkobäume, aber auch Weinreben, Quitten und Feigen. Begrenzt wird der Bischofsgarten von Liebfrauenbasilika und Domkreuzgang, mit dem Dom im Hintergrund.

 

Der zweite, besuchte Garten gehört zur Dewora-Kurie. Seit Feigen in der Moselregion gut gedeihen, sind diese Symbolpflanzen in Kirchengärten zu finden, soll doch der Paradiesbaum eher eine Feige als ein Apfelbaum gewesen sein. Zudem finden sich viele Hortensien, die an schattigen Mauern blühen und früher ein beliebtes Geschenk für Kommunionkinder waren.  In diesem Kuriengarten stehen hohe, schattenspendende Nadelbäume und eine Lärche. Wie prächtig Efeu aussieht, wenn er ein gewisses Alter erreicht hat, kann man an der sonnigen Kurienmauer mit Blick auf die Welschnonnenkirche sehen. Schon vor 35 Jahren gab es ein Symposion zum Thema der "Stadt in der Stadt“ das den Trierer Dombering thematisierte. Damals wurde bereits die Notwendigkeit betont, eine leichte Öffnung und das Verständnis für das, was hinter den Dommauern zu sehen ist, zu fördern. Die Veranstaltung der KEB-Fachstelle Trier zeigt, wie dies funktionieren kann und die zufriedenen Gesichter der zahlreichen Besucher bestätigen dies. Der Dank gilt Bischof Dr. Ackermann, Weihbischof Gebert und Josef Still (ehm. Domorganist) die einen Blick in Ihre Gärten gewährten.