Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies. Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bildung für ein Gelingendes Leben

mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier

  • Aktuelle Informationen zu den Angeboten des KEB-Bildungsverbundes

    Die Corona-Maßnahmen für unsere Präsenzveranstaltungen wurden weiter gelockert. Dennoch bitten wir Sie weiterhin um Rücksichtnahme auf alle Beteiligten durch die Beachtung der aktualisierten Schutz- und Hygienemaßnahmen für die Angebote der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Bistums Trier.

    Wir orientieren uns dabei an den aktuellen Vorgaben des Bistums Trier, sowie der Corona-Bekämpfungsverordnungen des Landes Rheinland-Pfalz (für unsere rheinland-pfälzischen KEB-Einrichtungen) und des Saarlandes (für unsere saarländischen KEB-Einrichtungen) und
    an den Vorgaben der jeweiligen Kommunen und Kreise (insbesondere bei einer möglichen „Hotspot-Regelung“).

    Die Einrichtungsleiterinnen und -leiter der KEB im Bistum Trier, die Kursleitenden / Referierenden tragen dafür Sorge, dass alle Hygienemaßnahmen, die dem Infektionsschutz dienen, getroffen sind. 

    Ihre Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Trier

  • Hygiene- und Schutzkonzept

    Die Einrichtungen der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier und die Kursleitenden / Referierenden tragen dafür Sorge, dass alle Hygienemaßnahmen, die dem Infektionsschutz dienen, getroffen sind. Hierbei gelten die Vorgaben der Länder, Kommunen und Kreise.

    Bei der Umsetzung benötigen wir auch Ihre Unterstützung. Zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz von anderen Teilnehmenden und den Kursleitenden / Referierenden, bitten wir Sie daher die folgenden Hinweise unbedingt zu befolgen: mehr lesen

  • Unser Beitrag zu Ihrem Gelingenden Leben

    Jeder kennt diese Pflanze:

    Löwenzahn. Auf fast jeder Wiese steht er. Von Gärtnern als lästiges, weil widerstandsfähiges Unkraut gefürchtet, schätzen ihn viele als wertvolle Heilpflanze und als „Superfood“ bei der Zubereitung leckerer Gerichte in der Küche. In der christlichen Symbolik war der Löwenzahn bei Theologen und Künstlern beliebt. Im Mittelalter verbildlichte er als „Lichtblume“ die Auferstehung Christi und verhieß den Menschen ewiges Leben. Es steckt also viel drin, in dieser kleinen Pflanze.

    Eine besondere Freude aber bereitet der Löwenzahn, wenn er abgeblüht ist und spätestens dann „Pusteblume“ genannt wird. Dann bilden sich aus seiner Blüte hunderte fallschirmartige Samen aus. Ein Windstoß genügt, und die Samen schweben an ihren Mini-Fallschirmen auf und davon, lassen sich an einem neuen, unbekannten Ort nieder und beginnen dort zu keimen.

    Wir, die KEB im Bistum Trier,

    haben uns bewusst den Samen des Löwenzahns als Erkennungszeichen für unseren Slogan „Bildung für ein gelingendes Leben“ ausgesucht. Der fliegende Samen der „Pusteblume“ steht für Dynamik und Bewegung, für Wachstum aus kleinen Anfängen, für das Erreichen neuer und unbekannter Gebiete. Ein schönes Symbol für unsere Bildungsarbeit. Denn in den turbulenten, manchmal sogar stürmischen Zeiten, in denen wir leben und in denen sich nahezu alle Lebensbereiche schnell weiterentwickeln, brauchen wir mehr als die Vermittlung von statischem Wissen, Fertigkeiten oder Kenntnissen. Vielmehr verstehen wir Erwachsenenbildung im hohen Maße als Persönlichkeitsbildung. Sie zielt auf die Entfaltung des Menschen in seinen vielfältigen Beziehungen, auf die Weiterentwicklung der persönlichen Talente und Kompetenzen.

    Wer genau hinschaut,

    erkennt im Symbol der stilisierten KEB-Pusteblume auch ein Kreuz. Fest verwurzelt im christlichen Glauben und vernetzt mit vielen engagierten Menschen in unserer Kirche, aber auch darüber hinaus, möchten wir zu einem gelingenden Leben des Einzelnen und in der Gesellschaft einen Beitrag leisten. So kann mitunter auch Neues entstehen, wachsen und weitergetragen werden - selbst an Orten, an denen vielleicht niemand es vermuten würde.

Lebens.Kunst.Weisheit. - Eine Ausstellung

Koblenz. Weisheit ist das Bemühen, die erfahrene Wirklichkeit zu verstehen und zu hinterfragen. Die Weisheitsliteratur der Bibel vermittelt Erfahrungswissen zu einem gelingenden Leben.

Sie will Urteilskraft einüben zur Orientierung im privaten, gesellschaftlichen und religiösen Leben, und sie schreibt der Beziehung zu Gott dafür eine ganz besondere Wirkkraft zu.

Die Ausstellung Lebens.Kunst.Weisheit stellt diese Schriften der Bibel in Bezug zu heutigen Fragen und Herausforderungen aus Politik, Literatur und Musik. Wir laden Sie herzlich ein!

Die Eröffnung ist am 24.06.2022, 19:00 Uhr, in der Citykirche Koblenz - www.anmelden-keb.de/56190

Freitag, 24. Juni – Sonntag, 17. Juli 2022, Citykirche am Jesuitenplatz, Koblenz

Öffnungszeiten: täglich 8:30 – 11:30 und 13:00 – 17:00 Uhr,

Mut zum Wandel in der Kirche

Koblenz – Kirchenpolitische Kontroversen, hohe Austrittzahlen, Priestermangel: Die katholische Kirche befindet sich derzeit in einem epochalen Wandel. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus – und was können Christen in Deutschland von ihren Glaubensgeschwistern jenseits der Bundesgrenzen lernen, um diesen Wandel so zu gestalten, dass die Kirche gestärkt aus der Krise hervorgehen kann? Dieser Frage ging Monsignore Ottmar Dillenburg, leitender Priesterreferent im Bischöflichen Generalvikariat Trier, bei seinem Vortrag „Von Koblenz in die Welt“ im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz nach. Der Gast in der  Vortragsreihe „Katholisches Forum“ war von 2011 bis 2021 Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks das in 61 Ländern weltweit vertreten ist.

„Wir sind auf dem Weg in eine Minderheit und stehen mitten in einem erdrutschartigen Tradierungsabbruch”, beschrieb Dillenburg die aktuelle Lage. Unverändert sei jedoch die menschliche Sehnsucht nach Sinn und Gemeinschaft. Obwohl die Mitgliederzahlen sinken, gehören noch immer rund 40 Millionen Menschen in Deutschland einer christlichen Kirche an; weltweit steigt die Zahl sogar kontinuierlich an. Die gesamte Menschheit sei inzwischen „in ein Stadium eingetreten, wo sie unumkehrbar in der globalen Einheit angekommen ist“, geprägt von verschiedensten Lebenswirklichkeiten, Auf- und Abbrüchen. So auch das Christentum: Zwar zeugten etwa jahrhundertealte Bauwerke, kirchliche Feiertage und Kasualien davon, wie Generationen von Menschen ihren Glauben durch die Zeit getragen haben. Im Alltag jedoch hadern immer mehr Menschen mit ihrer Kirche, beim Synodalen Weg ringen progressive und traditionalistische Kräfte um die Deutungshoheit, und die Kirche kämpft gegen den Glaubwürdigkeitsverlust, den sie mit Blick auf den Missbrauchsskandal selbst zu verantworten hat. 

Der Dialog über Veränderungen habe nur eine Chance, wenn er unvoreingenommen geschehe, die Themen trennscharf herausgearbeitet würden und „wenn die Einheit der Gläubigen nicht als Dialoggrenze gebraucht wird”, betonte Dillenburg. Anhand des Kolpingwerks, das sich als moderner katholischer Sozialverband durch Vielfalt und Verschiedenheit in seiner je konkreten Ausprägung weltweit auf kontinentaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene auszeichne, verdeutlichte er seine These: Obgleich die Grundlage des Handelns nach wie vor den Ideen und Zielen Adolph Kolpings verpflichtet sei, habe sich die praktische Arbeit in den vergangenen 150 Jahren „naturgemäß“ verändert: „Dieser permanente Wandel hat das ‚Überleben‘ des Kolpingwerkes in seiner langjährigen Geschichte sichergestellt. Nicht starres Festhalten hergebrachter Formen war und ist angesagt, sondern kontinuierliche, wohl überlegte Anpassung an vielfältigen Wandel in allen Bereichen des Lebens“, so Dillenburg. Nötig sei ein sozialer Wandel, der vom aktiven und engagierten Wirken überzeugter Christen mitgetragen würde.

Mutig vorangehen

Die Kirche müsse ihre Glaubenssätze auf die Höhe der Moderne bringen, forderte Dillenburg. Menschen, die mutig Veränderungen vorantreiben, um der Mutlosigkeit entgegenzuwirken, habe es schon immer in der Kirche gegeben. „Denken Sie beispielsweise an die Diskussion um Messdienerinnen!” Lange Zeit war es Mädchen nicht gestattet, in der Messe zu dienen. Irgendwann aber hätten sich die Gläubigen schlicht über das Verbot hinweggesetzt, mit dem Ergebnis, dass es inzwischen völlig normal sei, dass Mädchen Messdienerinnen sind. Gleiches erlebe man momentan in der Debatte um das Recht, im Gottesdienst zu predigen. Immer mehr Frauen tun es einfach. In Sachen Priestermangel und Gemeindeleitung könne man sich ein Beispiel an Lateinamerika nehmen: Dort sei es inzwischen völlig normal, dass Laien, Frauen und Männer, eine Gemeinde gleichberechtigt im Team leiten. Dillenburg: „Irgendwann muss man auch mal den Mut haben voranzugehen. Dinge zu beginnen, von denen man überzeugt ist. Das kann auch mal scheitern, aber dann hat man es wenigstens versucht.”

Der hybride Vortrag „Von Koblenz in die Welt“ fand statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Katholisches Forum Koblenz”, die von der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz, dem Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz, der Katholischen Hochschulgemeinde Koblenz und dem Pastoralen Raum Koblenz sowie der Vinzenz Pallotti University Vallendar organisiert wird. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Schulleiter des Gymnasiums, Carl Josef Reitz.

Das nächste „Katholische Forum“ im Klangraum des Bischöflichen Cusanus-Gymnasium (Zugang über Südallee 30) findet statt am Donnerstag, 9. Juni um 19 Uhr. Thema ist „50 Jahre Bischöfliches Gymnasium in Koblenz“.

Weitere Informationen zu dem Format gibt es auf www.bildung-leben.de/veranstaltungen und  www.keb-koblenz.de oder telefonisch unter 0261-9635590     

Bischöfliche Pressestelle Bistum Trier (ih)

Theo-Talk mit Hobby-Brauer und Priester Dr. Markus Nicolay

Bierkultur in der Weinstadt Trier

Trier – Barbaren-Getränk für die Römer, Grundnahrungsmittel für die Menschen im Mittelalter, erlebt es heute eine Renaissance handwerklicher Herstellung: Im Theo-Talk der Katholischen Erwachsenenbildung Trier ging es am 16. Mai um das Lieblings-Kaltgetränk vieler Deutscher: Bier. Priester und Hobby-Brauer Dr. Markus Nicolay führte nicht nur kurzweilig durch den Abend, sondern hatte auch noch Kostproben dreier Trierer Biere und seiner Eigenkreation im Gepäck. In seinem Garten mit Blick auf den Trierer Dom gebraut, trägt es den passenden Namen „Dombräu“.

Der Theo-Talk ist eine Mischung aus Stammtisch und Fachvortrag; er will Menschen über Gott und die Welt ins Gespräch bringen. So auch an diesem Abend im Kegel- und Bowlingcenter im Trierer Stadtteil Heiligkreuz, wo die Veranstaltungen regelmäßig in uriger Atmosphäre stattfinden. Rund 25 Interessierten gab Nicolay zunächst einen schnellen Überblick über das Brauverfahren – inklusive Riechproben der Bierzutaten Hopfen und Malz. Wer an Trier denke, so Nicolay, dem komme wohl nicht als erstes Bier in den Sinn, sondern Wein oder vielleicht noch der hiesige Apfelwein Viez. Doch auch in Trier gebe es eine lange Tradition des Bieres und heute etwa mit dem Petrusbräu oder dem Kraftbräu auch wieder handwerkliche Craft-Biere.

Die Idee, aus Getreide ein alkoholisches Getränk herzustellen, geht wohl bis in die Steinzeit zurück, als die Menschen sesshaft wurden und damit auch Zeit für den Brauprozess hatten. Schon auf ägyptischen Hieroglyphen sind Menschen beim Biertrinken mit langen Strohhalmen abgebildet – nein, kein Besäufnis aus Eimern, sondern wohl schlichtweg eine Möglichkeit, das Bier von den Rückständen des Getreides zu filtern. Die Römer im antiken Trier machten sich als traditionelle Weinanbauer zunächst über den Barbaren-Trank der Kelten lustig. Dass aber auch sie mit Bier handelten und das nicht nur „Männersache“ war, bezeugt der Fund eines Grabsteins mit der Berufsbezeichnung „Bierverlegerin“ von einem römischen Friedhof in Trier-Süd. Nach dem Untergang des römischen Imperiums wurde die Kunst des Bierbrauens vor allem über die mittelalterlichen Klöster und Stifte tradiert. Die hatten nicht nur ihre eigenen großen Gemeinschaften zu versorgen, sondern auch Pilger und andere Reisende. „Man hatte nichts anderes, denn sauberes Trinkwasser war Mangelware. So war Bier nicht wie heute ein Genussgetränk, sondern gehörte als Lebensmittel zum Alltag“, erläuterte Nicolay.

Vom 15. bis 19. Jahrhundert aber hatte die Stadt Trier das Monopol auf das Brauen – ein großes Brauhaus in der heutigen Brotstraße versorgte die Bevölkerung mit Bier. Napoleon kassierte das Monopol Anfang des 19. Jahrhunderts ein und führte die Gewerbefreiheit ein, sodass jeder nach Lust und Laune Bier brauen und ausschenken durfte. Zwei größere Brauereien, Caspary und Löwenbräu, dominierten bis ins 20. Jahrhundert, resümierte Nicolay seinen geschichtlichen Überblick.

Die KEB-Veranstaltungsreihe Theo Talk im Bistum Trier findet seit 2018 statt und wird von Katharina Zey-Wortmann und Samuel Acloque organisiert und moderiert. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen gibt es unter: Tel.: 0651-993727-0, E-Mail: keb.trier(at)bistum-trier.de.   
(sb)                                                                                   

Biblische Wanderung mit Eseln durch die Eifel

Nicht so schlecht wie ihr Ruf

Trier/Reuth – Kaum ein Tier hat mit einem solch schlechten Image zu kämpfen wie der Esel. Gott aber scheint die grauen Vierbeiner zu mögen: Fast 80 Mal kommt das Tier in der Bibel vor, findet sogar an wichtigen Stellen wie den Zehn Geboten Erwähnung. Für die Katholische Erwachsenenbildung Westeifel (KEB) war das Grund genug, um die Vorurteile bei einer gemeinsamen Wanderung mit den Grautieren auf den Prüfstand zu stellen.

Dass Esel stur seien, hört man immer wieder. „Völlig zu Unrecht“, findet Marleen Item. In Reuth bei Prüm bietet sie geführte Touren mit den Vierbeinern durch die Eifel an. Die vermeintliche Sturheit der Tiere sei dem Abschätzen unvorhergesehener Situationen geschuldet, erklärt sie. Statt wie ein Pferd bei Gefahr zu flüchten, bleibt der Esel stehen und wägt ab. In dem steinigen Gelände, in dem die Langohren ursprünglich zu Hause waren, wäre überstürztes Losrennen ohnehin zu riskant gewesen: zu groß die Gefahr, einen steilen Abhang hinab zu stürzen. „Sie werden euch auf die Probe stellen. Die Esel wollen wissen, ob ihr in der Lage seid die Herde in einer Krisensituation souverän zu leiten. Wenn sie glauben, das ist okay, dann kommen sie mit. Wenn sie aber unsicher sind, bleiben sie stehen“, erklärt Item der zwölfköpfigen Wandergruppe. Auf Einladung von Angela Schmidt, Referentin für den KEB-Themenschwerpunkt Bibelpastoral und biblische Bildung, und Wolfgang Vierbuchen von der KEB-Westeifel trafen sich die Männer und Frauen am 7. Mai auf dem Reutherhof bei Prüm.

Dass es sich bei der Tour nicht um eine gewöhnliche Eselwanderung handelte, war von vornherein klar. Bevor es losging, las Schmidt einige Zeilen aus dem vierten Buch Mose vor: den Anfang der Erzählung vom Propheten Bileam und seiner Eselin (Num 22–24). Während der Wanderung machte die Gruppe dann an verschiedenen Stationen Halt und erfuhr immer mehr von der Geschichte: Der Prophet reitet auf einer Eselin, als ihm ein Engel Gottes den Weg versperrt. Bileam nimmt ihn nicht wahr – im Gegensatz zu seinem Tier. Dieses versucht nämlich, dem Engel dreimal auszuweichen. Aufgebracht über das vermeintlich störrische Verhalten seiner Eselin, schlägt der Prophet auf sie ein. Da beginnt diese plötzlich zu reden und Bileam erkennt den Boten Gottes.

Nur Ruhe und Sicherheit können überzeugen

„Ich habe gerade gespürt, was für eine runde Sache die Geschichte in Zusammenhang mit dieser Wanderung ist“, sagt Isabel Schaeidt-Heck. Denn auch die Bileam-Situation erlebten die Teilnehmenden: Eselin Hannelore blieb auf dem Weg einfach stehen. „Wenn ein Esel nicht weitergehen will, hilft kein Zerren und Treiben. Aber wenn der Mensch Ruhe ausstrahlt und dem Esel Sicherheit gibt, kann er ihn überzeugen, ihm zu folgen“, erklärt Item. Schaeidt-Heck erinnere das an die Zeit, als ihre Kinder klein waren: „Wenn ich meinen eigenen Plan im Kopf hatte und die Kleinen gezickt haben, habe ich manchmal ungeduldig reagiert. Dann gab es ein Drama und ich musste nachher doch fragen: ‚Was ist denn los? Was brauchst du?‘ Den Ärger und die Aufregung hätte ich mir ersparen können. Ähnlich ist es bei den Eseln ja auch. Ich muss einfach aufmerksam sein für das, was gerade passiert und auch für das, was vielleicht fehlt.“ Schmidt findet, das sei eine zentrale Botschaft der Erzählung: „Im Hier und Jetzt zu sein und darauf zu achten, was unterwegs passiert. Auch mal vom Plan abzuweichen. Wo begegnet uns Gott, wo wir es ganz schnell übersehen?“

Zum Abschluss kam die Gruppe bei Kaffee und Kuchen nochmals zusammen, reflektierte den Tag und war sich besonders bei einer Sache einig: Wanderung und Geschichte haben ihnen ein Stück weit die Augen geöffnet; haben sie veranlasst, die Widerstände, die ihnen begegnen, in Zukunft nochmal unter einem anderen Aspekt zu betrachten. „Ich habe heute festgestellt, dass mal der Esel zieht und mal ziehe ich. Und so geht es Gott wohl auch: Mal zieht er uns und mal meinen wir, ihn ziehen zu müssen. Das nehme ich heute mit“, sagt Gabi Stüber. Und Paul Heck ergänzt: „Ich finde es einfach spannend, nochmal zu überlegen, was die Unsicherheit und der Prozess des Bileams mit meinen eigenen Prozessen zu tun haben. Was ich von den Eseln gelernt habe? Dass ich noch viel lernen muss.“

Aufgrund der hohen Nachfrage ist eine Wiederholung der Eselwanderung im Spätsommer geplant. Weitere Informationen gibt es bei der KEB Westeifel, Tel.: 06551 965560 oder keb.westeifel(at)bistum-trier.de.

Bischöfliche Pressestelle Bistum Trier (ia)

Die Hildegard-Woche

Bad Kreuznach.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer findet vom 12.-21. August 2022 die erste Hildegard-Woche zur Ernährung, Heilkunde und Musik von Hildegard von Bingen (1098-1179) in den Kurstädten an der Nahe und damit mitten im historischen „Land der Hildegard“ statt.

Mit profunden Vertreter/innen der Hildegard-Medizin und mit Kenner/innen ihres umfassenden physischen, musikalischen und visionären Werk Hildegards veranstalten wir Fachvorträge und Workshops. Diese reichen von einer Einführung in Hildegards Heilkunde und Hausapotheke (Dr. med. Michael Ptok) über Präsentationen ihrer Pflanzenkunde und Ernährungslehre bis hin zum praktischen Kochen und Backen nach ihren Rezepten und Empfehlungen.

Morgendlich und abendlich gibt es ein Bewegungsangebot zu Hildegards Musik im Kurpark. Daneben laden wir in Kirchenräumen zu Musik und Betrachtung von Hildegards visionären Bildern ein.

Ein weiteres Angebot gilt sowohl Menschen, die ein Stück auf dem Hildegardweg wandern möchten, als auch denen, die beim Pilgern gehandicapt sind: So begleitet das Pilgerteam des Scivias-Instituts Menschen mit und ohne Handicap zu kürzeren oder längeren Touren auf dem Hildegardweg. Im Anschluss laden wir mittags in die vielerorts entstehenden Hildegard-Gärten – sogenannte Hildergärten – in der Region ein.

Da im Sinne Hildegards zu einer wirklichen Kur auch die Musik gehört, wird ein Höhepunkt der Hildegard-Woche die Aufführung ihres einzigartigen Singspiels sein: So führt das renommierte Ensemble von Maria Jonas & Ars Choralis Coeln das „Ordo Virtutum – Ordnung der Kräfte“ von Hildegard von Bingen in der Pauluskirche auf.

Weiterhin sieht das Kulturprogramm eine Filmpremiere vor: Der amerikanische Filmemacher Michael Conti präsentiert die deutsche Version seines Filmes „Hildegard spricht“, den er 2019 mit Dr. Annette Esser auf dem Hildegardweg gedreht hat. Live zu sehen ist ebenso „Ein Lebensbild mit Musik" - von und mit der Hamburger Schauspielerin Jutta Hoppe.

Zum Abschluss der Hildegard-Woche werden im Musikpavillon des Kurparkes Lieder und Gedichte vorgetragen.