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Das Jahresthema der KEB im Bistum Trier in 2019/2020

L(i)ebenswert HEIMAT

  • Unsere Gedanken zum Thema "L(i)ebenswert Heimat"

    Heimat – mit kaum einem anderen Wort verbinden sich so viele verschiedene Gefühle und Erinnerungen, so viele Bilder und Erwartungen. Hinter dem Begriff Heimat steht mehr als ein Ort und mehr als ein „Dach über dem Kopf“. Heimat steht für Vertrautheit, Geborgenheit, Stabilität, aber auch für Enge, Verunsicherung und Ausgrenzung.

    Noch vor wenigen Jahren galt der Heimat-Begriff als altmodisch und angestaubt. Heute ist die Wiederentdeckung der Heimat kaum noch zu übersehen, und das nicht nur in regionaler Küche, in Heimatkrimis oder bei Heimatfesten.

    In gesellschaftspolitischen Debatten, in Zeiten von beruflicher Mobilität, einer wachsenden „digitalen Heimat“, auf dem Hintergrund von Flucht und Migration, in der Sorge um den „Heimat-Planeten“ und einer von Globalisierung geprägten Welt, wird immer häufiger auf Heimat Bezug genommen – nicht immer ganz ideologiefrei, manchmal missbräuchlich.

    Auch die Kirche, als Gemeinschaft von Getauften, mit ihren Gebetsformen und Glaubensritualen ist für viele Menschen eine Heimat. Andere haben die Schlüssel zu diesem Heimat-Haus verlegt oder ganz verloren. Nicht wenige fragen sich zudem, wie es mit der „Heimatkirche“ weitergehen wird, wenn sich Strukturen verändern.

    Wo ist meine Heimat? Was kann mir oder in mir zur Heimat werden? Wie können wir das Gefühl von Heimat mit Menschen teilen, die ihre örtliche und gefühlsmäßige Heimat verlassen mussten oder verloren haben? Was meinen Christen, wenn sie davon sprechen, dass ihre Heimat im Himmel ist (vgl. Phil 3, 20)? Wie kann Gott uns selbst zur Heimat werden? Welchen Beitrag kann Heimat zu einem gelingenden Leben leisten – ganz persönlich und innerhalb einer Gesellschaft?

    Das Jahresthema „L(i)ebenswert Heimat“ widmet sich diesen und weiteren Fragen und nimmt die vielfältigen Bilder und Facetten, die Menschen mit dem Heimatbegriff verbinden, in den Blick. Unterschiedliche Aspekte des Phänomens „Heimat“ werden aus zeitgeschichtlicher, gesellschaftlicher und theologischer Perspektive beleuchtet. So lädt das Jahresthema ein, Heimat neu als Lebenswert und als liebenswert zu entdecken.

Die Auftaktveranstaltungen auf einen Blick

mit Alexandra Reichsgräfin von Kesselstatt und Sylvia Nels

Heimat ist für mich...

KEB Trier

Termin: 15.02.2019, 19:30 Uhr

Weitere Informationen: http://bit.ly/Auftakt_Nels

Ein Heimatabend der anderen Art

Heimatabend

KEB Westeifel

Termin: 20.02.2019, 19:00 bis 21:30 Uhr

Weitere Informationen: https://bit.ly/2QsYjct

Alle Veranstaltungen zu L(i)ebenswert HEIMAT auf einen Blick


Veranstaltungs-Berichte

Biblische Weinprobe im Zentrum St. Hildegard

Der Wein erfreue des Menschen Herz

Mit einer biblischen Weinprobe mit einer Auswahl von Nahe-Weinen gestaltete die KEB-Rhein-Hunsrück-Nahe die Auftaktveranstaltung zum Jahresthema der Erwachsenenbildung im Bistum Trier.

In seiner Begrüßung der Gäste im Bildungszentrum St. Hildegard in Bad Kreuznach ging der Leiter der KEB Markus Becker auf den Zusammenhang zwischen dem Thema  „L(i)ebenswert  Heimat“  und dem Wein ein. So ist die  Region  entlang der Nahe und des Rheins seit Jahrhunderten vom Wein und Weinanbau und dem christlichen Glauben geprägt. Becker stellte dabei den Bezug zur Pilgerwanderführerausbildung der KEB auf dem Hildegardweg her, den alle Teilnehmer/innen des Zertifikatskurses in mehreren Modulen von Idar-Oberstein bis Bingen „erwandern“ mussten.

„Wer als Pilger auf dem Hildegardweg unterwegs spürt den engen Zusammenhang zwischen Heimat und dem Glauben. Was liegt also näher in das Jahresthema mit einer biblischen Weinprobe einzusteigen“ , so Becker.

„Der Wein erfreue des Menschen Herz“ – unter diesem Motto stellte der Referent des Abends, der Theologe und Wein- und Kulturbotschafter Kalle Grundmann aus Koblenz seine Ausführungen.

In hunderten von Stellen kommt in der Bibel das Wort Wein vor. In sieben Themengruppen beschäftigte sich  Grundmann in  einer Auswahl von Bibelstellen, Texten und Zitaten aus dem Alten Testament mit ganz unterschiedlichen Fragen: Wer war der erste  Winzer? Was hat der Wein mit sozialer Gerechtigkeit zu tun?  Was meint die Bibel, wenn sie von Gott dem Winzer spricht? Was hält die Bibel von der Kombination Wein und Erotik?  In  heiteren,  aber auch nachdenklichen stimmenden Ausführungen und Auslegungen der von  ausgewählten Texte stellte er dabei  immer wieder die bleibende Aktualität der Bibel und ihre Lebensweisheit auch für unsere Zeit in den Vordergrund.

Zu jedem der sieben Themenbereiche wurden Weine vom Weingut Grossarth aus Odernheim gereicht, u. a. gehörte zur Auswahl  ein Riesling vom Hildegardweg.  Auch hier konnte Kalle Grundmann die Anwesenden mit seinen unterhaltsamen und  informativen Ausführungen zu den ausgewählten Weinen begeistern.

Markus Becker

Liebenswert und lebenswert wurde bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Jahresthema 19/20 der KEB im Bistum Trier die Heimat beschrieben.

Heimat erleben – Heimat im Wandel

Nach der Begrüßung durch Paul Q. Heck, gab es durch Thomas Berenz, Leiter der Abteilung Erwachsenenbildung im Bistum Trier, einer kurzen Einführung in die Gedanken, die mit der Wahl des Jahresthemas verbunden sind. Heimat ist derzeit ein häufig benutzter Begriff, der meist sehr emotional besetzt ist und manchmal darum leider auch zur Stimmungsmache missbraucht wird. Heimat wird individuell und unterschiedlich erlebt. Es sind auch nicht immer nur positive Gefühle mit Heimaterleben verbunden. Das Jahresthema soll in vielen unterschiedlichen Veranstaltungen die Facetten von Heimat beleuchten bedenken und diskutieren.

Frau Ulrike Platten–Wirtz erzählte als Buchautorin und als langjährige Journalistin von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, wie Menschen in unserer Gegend Heimat gestalten und erleben. Sie benannte besonders die Gemeinschaften und Vereine. Der Einsatz für die Gemeinschaft mit dem Risiko für die eigene Gesundheit oder sogar für das eigene Leben bei Feuerwehr, THW oder Krankenrettungsdienst. Aber auch die Hilfsbereitschaft über die eigenen Grenzen hinaus bei Hilfsgütertransporten in Krisengebiete bringt ein Selbstverständnis von Heimat zum Ausdruck, das sich nicht isoliert vom Rest der Welt versteht. Dabei kommt die eigene Freude nicht zu kurz in Karnevalsvereinen oder Musikvereinen. Gruppen, die sich für die Pflege der Natur und die Erhaltung einer gesunden Landschaft einsetzen tragen ebenso zu einer lebenswerten Heimat bei, wie Gruppen und Menschen, die sich um den Erhalt von historischen Zeugnissen vergangener Heimatgestaltung bemühen. Bei Weinfesten werden auch Fremde einladen, an den Errungenschaften und Freuden der eigenen Heimat Teil zu nehmen. Zum Heimatverständnis gehört es auch, Fremden, die ihre Heimat vorübergehend oder dauerhaft verloren haben einen Ort zu geben, an dem sie heimisch werden können.

Nach einer Pause, bei der auch Weine der Umgegend gekostet werden konnten, führte Frau Marlies Michels durch das Stiftsmuseum. Sie machte deutlich, dass die Lebenssituationen und auch die Lebensgewohnheiten in der Vergangenheit sehr unterschiedlich waren. Das wird auch einen erheblichen Einfluss auf das Heimaterleben gehabt haben. Vom Faustkeil über Opfergaben auf dem Martberg bis zum Lektionar schillerten kurz Lebenswelten auf, die uns heute fremd sind und doch die Grundlagen unserer Herkunft bilden.

Die Mundartgruppe „Moselstolz“ mit Frau Bärbel Serwazi und Frau Elisabeth Kranz brachten die Heimat nicht nur klanglich näher, auch die in den Liedern beschriebenen Situationen vom Nüsse sammeln, vom Spielen im oder auf dem „Steinreich“ und dem Leben mit dem Hochwasser erweckten Bilder, die den Begriff „Heimat“ noch einmal mehr mit Leben füllten.

Eine gelungene Veranstaltung, die lebendig und abwechslungsreich war.

In Planung sind bei der KEB Mittelmosel z.B. ein Jazzkonzert mit Gedankenimpulsen zur Heimat in der Musik und ein Workshop mit einem Bühnenbildner zum Thema „Heimat in mir“.

Erster Akademietag der Pallottiner in Vallendar

Heimat neu denken

Vallendar - Heimat ist für viele Menschen heute ein wichtiges Thema: Zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung des Bistums Trier und ihren Verantwortlichen Thomas Berenz (Trier) sowie Daniel Steiger (Koblenz) startete die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV) am 12. Januar die alljährlichen Akademietage damit, diesem vielfältigen Begriff nachzugehen. „Ein Buch mit vielen Erzählungen umher irrender Menschen“ nannte der Vallendarer Exeget Prof. Dr. Thomas Elßner das Alte Testament, beginnend mit der Vertreibung aus dem Paradies, dem Ruf Gottes an Abraham weg aus seiner Heimat, dem Auszug aus Ägypten bis hin zum sogenannten Babylonischen Exil. Kein Wort gebe es in der hebräischen Bibel für Heimat, in einem biblischen Glaubensbekenntnis drücke sich vielmehr das Selbstverständnis von Heimatlosigkeit aus.

Dass dem gegenüber heute viele Menschen nach Heimat suchen bis hin zur Errichtung einer neuen Abteilung des Innenministeriums – diesem Phänomen ging in einem zweiten Impuls der Philosoph und Hochschulrektor Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski nach. Es scheine auch in einer globalisieren Gesellschaft ein menschliches Grundbedürfnis zu sein, sich zu beheimaten. Die Vorstellung davon, wie dies gelingen könne, sei jedoch nicht einheitlich. Oft spielten verkitschte, idealisierte, emotional romantische Inhalte mit hinein. Was vor 20 Jahren als Heimat galt, habe sich unter modernen Bedingungen gewandelt. Prof. Zaborowski schloss mit dem Appell, doch auch in der „Heimat Europa“ nicht nur das Verkehrte und Schlechte, sondern die gemeinsame Geschichte und die damit verbundenen Orte als eine Chance zu sehen, Zukunft zu gestalten. Für viele Migranten sei jedenfalls Europa eine Perspektive der Hoffnung.

Daniel Steiger konnte danach auf dem Podium noch drei weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Kathrin Wehse und Paul Christian Heck, Studenten aus Mainz, waren gerade von einem kirchlich getragenen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in Bolivien bzw. Malawi zurück gekommen; Albert Ahanda verließ seine Kameruner Heimat in den 1980er Jahren und ist seitdem Bürger von Vallendar. In ihren lebendigen Erzählungen wurde deutlich, was wichtig ist, um sich an anderen Orten heimisch zu fühlen: das Erlernen der Sprache (bis hin zu Akzenten und Dialekten), das Interesse für andere, oft nicht gleich verständliche Werte und für die Tradition eines Landes sowie das Sich-Einlassen auf Beziehungen. Der eigentliche „Kulturschock“ geschehe dann nicht so sehr in der Fremde, sondern bei der Rückkehr in die „alte Heimat“, wo vieles mit neuen Augen gesehen werde. Oft sei es gar nicht so einfach, die gemachten Erfahrungen denen mitzuteilen, die nicht dabei waren. Diese Erfahrungen bildeten jedoch einen nicht mehr weg zu denkenden Reichtum, der das ganze Leben präge und prägen werde.

Der nächste Akademietag am Samstag, 19. Januar 2019, um 14. Uhr, widmet sich dem Thema „Pflege – Familie – Beruf“. Referenten sind Prof. Dr. Frank Weidner, Lehrstuhl für Pflegewissenschaft an der PTHV, sowie Joachim Speicher, Abteilungsleiter im Mainzer Sozialministerium. Infos unter www.pthv.de bzw. 0261 6402-255.

(red)

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